Rückblick
Fast ein Jahr ist vergangen und doch sind die Erinnerungen an das Somuna 2010 in uns noch so lebhaft, als ob es erst wenige Wochen her wäre. Für uns als Organisatoren war das Ganze eine Achterbahn der Gefühle.
Als am Donnerstag bereits 600 von euch anwesend waren und wir während der Eröffnungszeremonie überall von leuchtenden Gesichtern umgeben waren, waren wir erfüllt von Glück und konnten kaum glauben, was wir sahen. Am Freitag wurde bereits vom Morgen an überall getanzt, gemalt, gelernt, gejamt und gelacht. Unsere kühnsten Erwartungen wurden übertroffen und wir freuten uns unbändig über die vielen sonnigen Seelen und die familiäre Atmosphäre auf dem gesamten Gelände.
Am Freitagabend kam dann mit den vielen Neuankömmlingen der Stimmungs- und der Wetterumschwung. Regen setzte ein, die akustischen Konzerte wurden schlecht und unkonzentriert besucht und von allen Seiten wurden wir mit negativen Meldungen konfrontiert. Obwohl wir mehrmals darauf hingewiesen haben, dass wir als Organisatoren ein grosses finanzielles Risiko tragen, gab es Gäste, die Wege gefunden haben, ihre Eintrittsbändel weiterzugeben, was uns sehr enttäuschte. Zudem haben sich einige stark alkoholisierte Gäste lauthals über fehlende Zelte und die ausbleibende Musik beschwert und sich zum Teil unseren Helfern an der Bar und auch den Musikern beim Soundcheck gegenüber sehr aggressiv verhalten. In dieser Zeit hätten wir unseren Sicherheitsdienst gebraucht, doch dieser leistete mangelhafte Arbeit. Für uns Organisatoren sehr schwierige Stunden, in denen wir Angst hatten, dass uns alles entgleitet. Einerseits zu sehen, dass das Somuna nicht nur friedliche Menschen angezogen hatte und die damit verbundene Sorge um euer Wohlergehen und auch, weil wir der Natur so vollkommen ausgeliefert waren. Als Höhepunkt dieser Zerreissprobe schlug der Blitz in den einen Boxenturm ein und setzte dem Somuna für eine Nacht ein Ende. Plötzlich kehrte Stille ein... und alle aufgewühlten Gemüter bekamen zwangsläufig die Gelegenheit, sich zu beruhigen.
Am Samstag tauchte die Natur das Somuna dann in eine mystische Wolke und die Stimmung begann sich langsam zu erholen. Positives und Schönes begann sich überall wieder durchzusetzen und wir konnten etwas aufatmen. Zahlreiche Gäste haben dem Regen getrotzt und stundenlang hingebungsvoll getanzt. Um Mitternacht regnete es zum letzten Mal und alles schien sich reingewaschen und erneuert zu haben.
Der Sonntag war für uns wie eine Wiedergeburt des Somuna. Die Natur beschenkte uns mit wunderschönem Wetter und auch unsere Gefühle erlaubten sich wieder Höhenflüge. Zu sehen, dass es euch allen gut geht, hat auch bei uns noch die letzten Sorgen in kleine Schäfchenwolken aufgelöst. Als sich dann beim Abschlussritual plötzlich spontan der Kreis bildete und wir alle in einer riesigen Umarmung um die Tanzfläche standen, wurden wir von Ehrfurcht und Dankbarkeit durchströmt und wir können sagen, dass dieser Moment etwas vom Grössten und Bewegendsten war, was wir je erleben durften. Es stand so deutlich vor unseren Augen: wenn etwas wirklich aus tiefster Liebe und Hingabe geschaffen wird, dann trotzt es allen Herausforderungen. Das Band zwischen uns allen hat gehalten.
Dank
Nach dem Somuna kamen Menschen zu uns und haben sich bei uns für unsere Arbeit bedankt und uns dafür gelobt, was wir geschaffen hätten. Wir fühlen uns zutiefst geehrt durch eure Anerkennung und sind gerührt von eurer Wertschätzung. Doch möchten wir euch sagen, dass wir nur einen Raum geschaffen haben, in dem etwas stattfinden konnte. Den Raum habt IHR gefüllt. Alles was am Somuna passiert ist, alles, was wir miteinander erlebt haben, kam von euch. Ihr wart es, die den Raum mit so viel Liebe, Schönheit und Kreativität gefüllt habt. Ihr wart es, die so liebevoll untereinander und mit der Natur agiert habt. Und deshalb haben wir euch zu danken. Danke, danke, danke von ganzem Herzen!
Am Somuna 2010 haben viel mehr Helfer mitgewirkt als am Somuna 2008. Diesen Helfern gebührt der meiste Dank, denn sie sind alle freiwillig gekommen, haben Wochen ihrer Ferien für das Somuna hergegeben, unermüdlich gearbeitet und keine Gegenleistung dafür verlangt. Sie haben nicht nur Zelte aufgestellt oder Gerüste gebaut, sondern sie haben alles, was sie taten, mit Liebe und Hingabe getan und so den „Raum“ Somuna mit den bestmöglichen Voraussetzungen geschaffen. Wir danken euch, ihr habt das Somuna gebaut, beschützt und ihr habt es am Laufen gehalten!
Wir fanden die Musik am Somuna absolut fantastisch und darum danken wir allen Musikern und DJs für ihre grossartigen Auftritte. Danke, ihr wart einfach genial!
Die grossartige Arbeit unserer Tontechniker darf keinesfalls unerwähnt bleiben. Das war Weltklasse! Ihr habt uns die Musik in ihrer pursten Form geliefert! Danke!
Unser Dank geht auch an die Sportbahnen Marbach, die Gemeinde Marbach und die Familie Wyss, welche alle voll hinter uns standen und uns tatkräftig und kompetent unterstützt haben. Wir freuen uns besonders über die gute Zeit mit der Familie Wyss.
Last but not least, gebührt unser Dank der Mutter Erde dafür, dass es überhaupt möglich ist, so etwas stattfinden zu lassen. Es passiert so viel in dieser Welt und doch bekamen wir die Chance vier Tage lang etwas so tiefgreifendes zu erleben. Wir verbeugen uns in Demut vor dir.
Finanzielles
Am Somuna 2010 waren 1900 zahlende Gäste anwesend. Mit Helfern, Gratiseintritten und so weiter schätzen wir, dass über alle Tage ca. 2300 Personen anwesend waren. Um finanziell herauszukommen, waren 1400 Gäste budgetiert. Am Samstag hatten wir auf verschiedenen Kanälen publiziert, dass keine weiteren Gäste mehr eingelassen werden und so den Zustrom gestoppt. Die Entscheidung hat unserer Meinung nach die Atmosphäre am Somuna gerettet, war aber finanziell für uns sehr riskant. Riskant weil Gewitterschäden, andere zusätzliche Ausgaben und die Tatsache, dass viele Künstler und Partner eine Gewinnbeteiligung ab 1400 Gästen versprochen worden war, dazu geführt haben, dass sich die Kosten für das Somuna höher ausfielen als erwartet. Aus diesen Gründen konnten die Kosten trotz 1900 Gästen mit den Eintritten nicht gedeckt werden. Zum Glück waren mit der Bar noch genügend Einnahmen zu verbuchen und alle Rechnungen und Gagen konnten bezahlt werden. Wir, die Organisatoren, haben auch uns Spesen und für unsere musikalischen Darbietungen am Festival Gagen ausbezahlt, so wie wir das bei anderen Künstlern getan haben.
Der kleine Überhang soll für ein allfälliges späteres Somuna in wasserdichte Zelte investiert werden, denn die grösste Kritik am Somuna waren die wenigen trockenen Plätze für euch und das war natürlich gerechtfertigt. Das verzwickte mit Zelten ist, dass sie entweder sehr hässlich sind oder sehr viel kosten und immer nur dann gebraucht werden, wenn es regnet. Wenn es aber regnet, kommen weniger Gäste und somit ist weniger Geld da, um die Zelte zu bezahlen. Um den Besucherausfall bei Regen zu kompensieren muss man theoretisch den Eintrittspreis höher ansetzen, was wiederum dazu führt, dass grundsätzlich und besonders bei Regen tendenziell weniger Gäste kommen. Die Balance zu finden ist nicht einfach.
Zukunft
Wird es ein Somuna 2012 geben? Wir wissen es noch nicht. Unsere Leben sind in Veränderung und wir wissen nicht ob wir die nötige Zeit und die Energie für ein drittes Somuna haben werden. Eins ist sicher: Falls es eins gibt, wird es sich weiterentwickeln und sich verändern.
Das Somuna ist gewachsen und wir dürfen annehmen, dass es 2012 noch weiter wachsen will. Mit 1900 Gästen war aber auf dem Platz unserer Meinung nach das Maximum fast erreicht, Gemütlichkeit und Intimität waren so noch möglich und wir wollen dies unbedingt erhalten. Dies zwingt uns dazu, das Wachstum zu steuern. Für ein allfälliges Somuna 2012 wird es deshalb keine Abendkasse und keine Zweitagestickets geben. Jeder, der an das Somuna kommt, wird sich im Voraus voll dafür entscheiden müssen, ob Regen oder Sonnenschein, genau so wie wir das tun.
Ausserdem stehen 2012 keine privaten Ersparnisse, welche der finanzielle Rückhalt des Somuna 2010 waren, zur Verfügung. Ein Somuna 2012 wird deshalb sehr stark von euch abhängig sein und wir werden eure Beteiligung und eure Initiative brauchen. Das Somuna 2012 kann nur noch durchgeführt werden, wenn im Vorverkauf bis zu einem bestimmten Stichtag eine gewisse Anzahl Tickets verkauft werden. Wenn die Nachfrage da ist, werden wir das Angebot schaffen. Alle, die sich früh genug entscheiden, ihre Freunde mit einladen und überzeugen und sich für das Somuna einsetzen, werden einem Somuna 2012 den nötigen Rückhalt geben und die Durchführung ermöglichen.
Doch das würden nicht die einzigen Entwicklungen sein. Die Natur hat uns beim letzten Somuna etwas Wertvolles gezeigt: wie schön es in der Nacht ohne Musik war! In Zelten wurde gejamt, die Nacht wurde in ihrer eigenen, natürlichen Mystik genossen und am Morgen freuten wir uns um so mehr auf die Musik und konnten diese (fast) ausgeschlafen geniessen. Wir haben hingehört und gelernt. Am Somuna 2012, falls es denn stattfindet, wird es deshalb in den Nächten eine Musikpause geben.
Wir wünschen euch allen ein wunderschönes Jahr und sehen uns vielleicht im nächsten wieder! 
Mit Liebe
Andrea, Linda, Raphael
Wenn ihr von uns per mail über Neuigkeiten informiert werden wollt, dann tragt euch doch einfach in unseren Newsletter ein: http://www.somuna.com/de/connect/newsletter
PS: vielleicht gefallen euch die folgenden Videos und Fotos:
http://www.somuna.com/de/history/somuna-2010/videos
http://www.somuna.com/de/history/somuna-2010/bilder